Vorzugsaktien

Vorzugsaktien, was ist darunter zu verstehen?

In Kursübersichten oder bei der Auswahl einer Aktie wird dem aufmerksamen Anleger das Kürzel “Vz” bei bestimmten Notierungen auffallen. Dieses steht für den Begriff Vorzugsaktie, deren Besonderheiten hier aufgezeigt werden.

Bei den Vorzugsaktien handelt es sich um Aktien, deren Käufer nicht stimmberechtigt im Sinne eines Aktionärs sind. Als Entschädigung genießen diese Anleger jedoch, wie der Name andeutet, eine Bevorzugung im Falle einer Dividendenzahlung. Diese fällt in der Regel prozentual höher aus als bei einer sogenannten Stammaktie. In der Praxis bedeutet dies, dass bei einer Verringerung der ausgeschütteten Dividende zuerst die Aktionäre einer Vorzugsaktie bedient werden. Können diese länger als zwei Jahre nicht ausgezahlt werden, erhalten diese ein Sonderstimmrecht.

Für die Unternehmen ist die Emission einer Vorzugsaktie eine günstige Möglichkeit, ihre Finanzen aufzustocken, da außer der Dividendennachzahlung keine weiteren Belastungen erfolgen. Ein weiterer Grund besteht darin, dass den Unternehmen hierdurch ermöglicht wird, an der Börse notiert zu sein, ohne Außenstehenden über Stimmrechtsanteile ein Mitspracherecht einräumen zu müssen. In Deutschland ist der Anteil der Vorzugsaktien auf maximal 50% des Grundkapitals beschränkt.

Der Erwerb einer Vorzugsaktie ist für Anleger interessant, die lediglich an der Gewinnbeteiligung eines Unternehmens teilhaben wollen, ohne in das Geschäftsgeschehen aktiv eingreifen zu wollen. Für Kleinanleger, deren Teilnahme an einer Hauptversammlung aufgrund ihres geringen Stimmengewichtes sowieso kaum Sinn macht, sind Vorzugsaktien mit ihrer überdurchschnittlichen Rendite damit genau richtig.