Streubesitz

Was heißt “Streubesitz” bei Aktien?

Der Begriff “Streubesitz” ist nicht einheitlich definiert und wird auch in teilweise leicht voneinander abweichenden Bedeutungen verwendet. In Deutschland wird dazu im Allgemeinen derjenige Teil der Aktien einer Aktiengesellschaft (AG) gerechnet, der von Kleinanlegern gehalten wird. Daneben wird mit dem Begriff auch der Teil der Aktien einer AG bezeichnet, der dem Markt tatsächlich für den Aktienhandel zur Verfügung steht und sich nicht in der Hand langfristiger Großaktionäre – beispielsweise der Familie des Unternehmensgründers – befindet. Auf die Verfügbarkeit der “frei fließenden” Aktien für den Handel spielt auch der englische Begriff “Free Float” für “Streubesitz” an.

Der Streubesitzanteil spielt unter anderem bei der Zusammensetzung von Börsenindizes eine Rolle. Da die Indizes ein möglichst realistisches Bild von bestimmten Marktentwicklungen vermitteln sollen, bleiben solche Aktien, von denen nur relativ wenige Stücke für den Handel zur Verfügung stehen, bei der Indexzusammensetzung unberücksichtigt, auch wenn das betreffende Unternehmen beispielsweise von der Marktkapitalisierung her durchaus die Aufnahmekriterien für den Index erfüllen würde. Je nach Land oder Börse wird die Abgrenzung des Streubesitzes unterschiedlich gehandhabt, sodass teilweise Beteiligungen von mehr als drei Prozent, teilweise aber auch erst von mehr als fünf Prozent nicht mehr zum Streubesitz gezählt werden oder eine andere Grenze gilt.

Als Aktieninvestor sollten Sie bedenken, dass Aktien mit sehr geringem Streubesitzanteil oft nicht besonders liquide sind und dass bei diesen Titeln mitunter schon geringe Handelsvolumina zu deutlichen Kursausschlägen führen können. Ein Urteil darüber, inwieweit dies auf eine bestimmte Aktie zutrifft, können Sie sich am besten bilden, wenn Sie sich den Chart mit dem Kursverlauf und mit den Handelsvolumina über einen längeren Zeitraum ansehen.

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