Optionsscheine erklärt

Optionsscheine erklärt

Bei einem Optionsschein wird ein Recht in Form eines Wertpapiers verbrieft. Eine gängige Definition besagt, dass ein Optionsschein

  • berechtigt den Inhaber
  • einen bestimmten Basiswert
  • in einem bestimmten Bezugsverhältnis
  • zu einem bestimmten Bezugspreis
  • innerhalb eines bestimmten Zeitraums

zu kaufen oder zu verkaufen.

Wer Optionsscheine besitzt kann, muss allerdings nicht, einen bestimmten Basiswert kaufen oder verkaufen. Bei dem Basiswert kann es sich um einen Index, ein Rohstoff, ein Zinssatz (Anleihe), eine Währung, eine Aktie oder eine Mischung mehrerer Aktien handeln. Möchte der Optionsschein-Käufer den Basiswert kaufen oder verkaufen, so erfolgt dies zum sogenannten Bezugspreis, der oft auch als Ausübungs- oder Basispreis bezeichnet wird. Zur Ausübung des Rechtes ist eine bestimmte Anzahl an Optionsscheinen erforderlich. Die notwendige Anzahl spiegelt sich im Bezugsverhältnis wieder. Es kann dabei sein, dass ein Optionsschein zum Verkauf/Kauf einer oder mehrerer Einheiten des Basiswerts berechtigt. Denkbar ist es aber auch, dass die Ausübung des Rechts auf einen Basiswert mehrere Optionsscheine erfordert. Das an den Optionsschein geknüpfte Recht muss innerhalb einer genau definierten Zeit ausgeübt werden. Unterschieden wird zwischen einem Optionsschein europäischer und amerikanischer Art. Im ersten Fall ist der Kauf/Verkauf des Basiswerts nur am Ende der Laufzeit möglich. Optionsscheine nach amerikanischem Stil können auch während der Laufzeit ausgeübt werden.

Bsp.: Die Aktie des Unternehmens ABC AG notiert an der Börse zu 500 Euro. Ein Anleger erwirbt für 150 Euro einen Optionsschein, der ihn berechtigt

  • eine Aktie der ABC AG (=Basiswert)
  • im Verhältnis 1:1 (=Bezugsverhältnis)
  • zum Preis von 400 Euro (=Bezugspreis)
  • bis zum 10.09.2014 (=Laufzeit) zu kaufen.

Dies bedeutet, dass Sie mit dem Optionsschein das Recht haben, bis zu 10.09.2014 eine Aktie des ABC AG zum Preis von 400 Euro zu erwerben. Diese werden Sie selbstverständlich nur dann ausüben, wenn der Wert der Aktie auf über 550 Euro steigt. Schließlich beläuft sich Ihr gesamter Kostenaufwand zum Kauf der Aktie auf 550 Euro (Bezugspreis + Preis des Optionsscheins).

Mit einem Optionsschein können Sie auf fallende wie auch steigende Kurse setzen. Ein Totalverlust ist nicht ausgeschlossen. Weil Optionsscheine einen gewissen Wert haben, können diese auch an der Börse gehandelt werden.