Futures erklärt

Futures erklärt

In der Regel wird ein Future auf Marge gekauft. Das heißt, dass der Käufer nicht den vollen Wert des Vertrages bezahlt. Vielmehr wird eine Anzahlung geleistet, die als Sicherheitsleistung oder Einschusszahlung bezeichnet wird. Diese ist variabel. Sinkt die Marge während der Vertragslaufzeit, kann der Broker eine Nachschusszahlung verlangen. Steigt die Marge, bekommt der Käufer für gewöhnlich eine Zinsgutschrift.

Mit Futures kann ein bestimmter Basispreis zu einem wertmäßig kleinen Teil erworben werden. Obwohl bei einem Future keinerlei Prämien anfallen, muss der Käufer sogenannte Bereithaltungskosten tragen. Diese können sich etwa aus Lager-, Versicherungskosten oder entgangenen Zinsgewinnen zusammensetzen. Die Finanzwelt kennt mehrere Future-Arten. Hierunter fallen Futures auf Zinsindizes (Euro-Bond-Future, Euro-Bobl-Future und Euro-Schatz-Future), Einzelaktien (sogenannte Single-Stock-Futures), Devisen und Aktienindizes.

An der Börse unterliegt der Future-Kurs der freien Preisbildung aus Nachfrage und Angebot. Im Allgemeinen bewegt er sich im Gleichschritt zum tagesaktuellen Preis (=Kassapreis) des Basiswertes. Es ist dabei kein Widerspruch, dass der Preis des Future in der Regel vom Preis desselben Basiswertes abweicht. Dies liegt daran, dass sich der Wert des Future-Kontraktes umso mehr nach oben verschiebt, desto weiter der Erfüllungszeitpunkt in der Zukunft liegt.

Bsp.: Ein Oktober-Future auf einen beliebigen Basiswert (vor allem eines Rohstoffes) wird am 1. August mehr kosten als ein August-Future, dessen Erfüllungstermin kurz bevorsteht. Schließlich muss der zugrundeliegenden Basiswert (z.B. Sojabohnen), länger gelagert, gegebenenfalls gekühlt und rechtzeitig versandt werden. Solche Bereithaltungskosten (oft auch als Cost of Carry) bezeichnet, verteuern natürlich den Future-Vertrag. Je näher der Erfüllungszeitpunkt rückt, desto stärker wurden die Bereithaltungskosten abgeschrieben, so dass sich der Wert des Future immer mehr an den Kassapreis annähert. Am Erfüllungstag entspricht der Future-Preis somit dem Kassapreis.

Der Wert von Futures berechnet sich demnach wie folgt:

Kassapreis (aktueller Preis) + Bereithaltungskosten (Cost of Carry)

Um einen Future-Kontrakt zu eröffnen, ist lediglich ein Bruchteil des Wertes als Einsatz notwendig. Deshalb spricht man bei einem Future auch von einem Hebelinstrument oder Derivat.