Baisse, was ist die Baisse?

Baisse, was ist die Baisse?

Der Aktienmarkt baut stark auf dem Prinzip des Wechsels zwischen Hausse und Baisse auf. Letzteres bedeutet auf Französisch Rückgang und charakterisiert treffend den Zustand einer Aktie, wenn deren Wert fällt. Die Baisse wird auch als Bärenmarkt bzw. als Bear Market bezeichnet, während die Hausse synonym als Bullenmarkt bezeichnet werden kann. Der Börsen-Zyklus beschreibt die Abwechslung zwischen dem Bullen- und dem Bärenmarkt. Es gibt keine genaue Definition des Bärenmarktes, allerdings ist im Fachjargon meist ein zwanzigprozentiger Fall der Kurse über eineinhalb Jahre gemeint. Bei sehr stark sinkenden Kursen kann die Entwicklung auch als Crash bezeichnet werden. Ein langanhaltender Fall der Kurse wird auch Salami-Crash genannt. Im Falle eines anstehenden Aktienfalls versucht der Marktteilnehmer, die Aktien schnellstmöglich zu verkaufen. Risikofreudige Anleger kaufen Wertpapiere während des Bärenmarktes in Erwartung eine baldigen Steigerung des Wertes aufgrund des Börsenzyklus.

Der berühmteste und folgenreichste Börsen-Crash geschah 1929, als der Börsenmarkt in den USA zusammenbrach. Die Spekulationsblase, die über Jahre hinweg gewachsen war, platzte, und Millionen Menschen verloren mit einem Schlag ihre Arbeit. Allein in Deutschland wurden 1932 5,6 Millionen Menschen arbeitslos. In den betroffenen Ländern sank das Volkseinkommen gewaltig, in den USA musste das Volk etwa fünfzig Prozent einbüßen. Dieser Einbruch im Finanzmarkt wird als Weltwirtschaftskrise bezeichnet. Ähnliches ereignete sich in den 1970er Jahren mit geringeren Folgen, als die Ölkrise einen Hochpunkt erreichte. Besonders frisch ist die Baisse-Katastrophe aus 2008, die mit dem Immobilien- und Finanzgau begann und mit dem Zusammenbruch der Lehman-Brothers eine neue internationale Finanz- und Wirtschaftskrise auslöste. Auch in diesem Zusammenhang platzte eine große Spekulationsblase, die ebenfalls ihren Ursprung in den USA hatte. Die Immobilien-Preise sanken permanent, mehr und mehr US Amerikaner kauften hochwertige Immobilien und die Blase wuchs, bis am 9. September 2007 die Zinsen für Interbankfinanzkredite mit einem Schlag gewaltig anstiegen. Daraufhin kam es 2008 zum Einsturz der Lehman-Brothers.

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